Projekte 2021

Jugendliche in der Moschee! - Interviews über den Islam Unterricht

In der Corona-Zeit gingen mehr Kinder und Jugendliche als sonst zum Islam-/ Koranunterricht in die Moscheen; darunter auch Freestyle-Jugendliche, die früher bei uns regelmäßige Sport trieben. Sie gingen in das Gebetshaus und regelmäßig zum Freitagsgebet. 

Wir kennen diese Jugendlichen, wissen, dass sie normalerweise eher seltener die Moschee besuchen und haben sie daher angesprochen.

Die Jugendlichen waren froh mit uns reden zu können, fragten natürlich, wann sie endlich wieder zu Freestyle kommen könnten, und wollten gerne mit uns über ihren Alltag unter den Coronabedingungen reden. Es entwickelte sich die Idee, Interviews mit ihnen über ihren Alltag und ihre religiöse Einbindung zu führen.

Parkour gegen Rassismus

Die Freestyle - Parkour - Community hat sich bei Instagram ein Gewinnspiel ausgedacht, um eine Zeichen gegen Rassismus und Ausgrenzung zu sezten.

Unter dem Hashtag: #freestylegegendiskriminierung konnten sich Interessierte mit einem Kurzfilm bewerben.

Ursprünglich war geplant, dass eigene Statements in die Kamera gesprochen werden. Davon wurde nach längeren Überlegungen Abstand genommen: Cybermobbing richtet sich nicht nur gegen couragierte Politiker:innen: Journalist:innen, Prominente sondern auch Jugendliche, die sich zivilgesellschaftlich engagieren und aktiv einmischen können Ziel von Hatespeech (hasserfüllter Rede) werden.

Nach dem Rechten sehen

Das „Nach dem Rechten sehen“ ist ein offenes Festival für politische Bildung, Aufklärung und Sensibilisierung in Bezug auf rechte Phänomene und Strukturen in der Gesellschaft. Einmal jährlich können die Besucher*innen an Workshops, Vorträgen, Bühnenstücken, Rundgängen, Ausstellungen etc. teilnehmen, um Themen wie Antisemitismus, Rassismus und Antifeminismus zu diskutieren und gemeinsam Präventionsstrategien zu entwickeln. 

Das OWOC - Freestyler interessierten sich insbesondere für die Workshops: Umgang mit Querdenkern, Hass im Netz, Fake-News und Verschwörungstheorien (Film: Die Mondverschwörung). Weiter gab es einen Stadtrundgang auf den Spuren von Verfolgung und Widerstand in der NS-Zeit, eine Führung in der Jüdischen Gemeinde Kassel und Synagoge u.a.m.

Aber auch die Kreativität kam nicht zu kurz: Rap Konzert mit JAM-Session zum Mitmachen von Künstler:innen: Bündnis „34 gegen Rechts“ mit: Rap von Aladin34 und Blacksnowman34

"Kick Rechts Weg"

Im September 2021 fand das 13. politische Straßenfußballfest „Kick Rechts Weg“ im Kasseler Nordstadtstadion statt. 

Die Mannschaften von Jugendgruppen und Sportvereinen aus der Region Kassel treten gegeneinander an, spielen allerdings ohne Schiedsrichter. Fair Play ist das Gesetz des Straßenfußballs: die Mannschaften klären die Spielregeln unter sich. Es geht den Kickern in erster Linie gar nicht so sehr darum zu gewinnen (schon auch!): Dabei sein ist alles!!! An diesem sportlichen, aber auch politisch-kulturellem Event, kann jeder junge Mensch zwischen ca. acht und 27 Jahren teilnehmen.

Es treten kleine Teams von vier bis fünf Feldspieler:innen an, die neben den Spielen politische Stationen durchlaufen und so Punkte sammeln. Das Team mit den meisten Punkten gewinnt (nicht unbedingt das mit den meisten Toren)! Neben dem Gesamtsieger wird wie gehabt ein Fairnesspreis vergeben.

Die OWOC- Freestyle Mannschaft hat mitgekickt ... und: den 3. Platz erreicht! Glückwunsch!

Egal: Der sportliche Erfolg ist zweitrangig. Wir haben auch mitgemacht, um zu zeigen, dass wir Rassismus und Alltagsdiskriminierungen nicht akzeptieren. 

Wie wir gesehen haben, werden bei „Kick Rechts Weg“ Sport und politische Bildung miteinander verknüpft. Es geht darum, die jungen Menschen aufzuklären. Von daher wurde ein jugendgerechtes Setting gewählt, in der sie in einer angenehmen vertrauten Atmosphäre sich für solch anstrengende Themen wie Nationalsozialismus und Rassismus einbringen können.

Selbstorganisierte Fußball- und Basketballturniere gegen Rassismus

Alle Teilnehmer:innen bei den » OWOC - Freestyle-Turnieren« setzen Zeichen gegen Rassismus, Ausgrenzung und Extremismus! I h r  Sport ist  i h r  Ausdruck gegen Rassismus: Sport verbindet die Menschen!

Uns hat in diesem Kontext interessiert: was verstehen junge Menschen unter Rassismus und haben sie direkt oder indirekt Rassendiskriminierung erlebt. Während der Turniere wurden Fragebögen an den Teilnehmern:Innen zum Thema Rassismus verteilt.

Auf die Frage „Hast du selbst bereits Rassismus erfahren?“ Antworteten alle mit Ja und keiner mit Nein. Die Hitliste dieser Negativerfahrungen war hier relativ ausgeglichen: die Sozialen Netzwerke, auf der Straße sowie Bus und Bahn wurden überwiegend genannt, darauf folgte die Schule und Jobsuche/ Arbeitsplatz.

Rassismus bedeutet für diese zwölf bis 18-Jährigen: Fertigmachen, Beleidigungen wegen der Herkunft und Hautfarbe/ Aussehen (N-Wort), Migrationshintergrund, andere Kultur, Glauben/ Religion, Randgruppe/ Minderheit, Ideologie, … !

Einer erlebte eine brutale Polizeikontrolle offensichtlich aufgrund der Hautfarbe (racial profiling): ein Dunkelhäutiger wurde von einem weißen Polizeibeamten auf den Boden gedrückt (mit dem Knie im Halsbereich) und durchsucht (das erinnerte ihn an den Fall des Afroamerikaners George Floyd im Jahr 2020). In zwei Fällen wurde erlebt, wie zwei Weiße einen Schwarzen gemobbt, beleidigt, angespuckt und geschlagen haben. Ein anderer wurde von einer Frau beleidigt: „Ich sollte in mein Land zurückkehren“.

Die Fußballer:innen wie auch die Basketballer:innen erstellten nach dem Turnier je eine Diashow, um eine Erinnerung an ihr selbstorganisiertes Event zu haben.

Interview mit Freestyle "Young Leader"

Der 19-jährige "Young Leader" ist seit Jahren aktiver "Freestyler". 

Seit 2020 engagiert er sich noch zusätzlich für die SPD. In seinem Kasseler Stadtteil hat er sich für den Ortsbeirat aufstellen lassen und seit mehr als einem Jahr erscheint er regelmäßig zu den Sitzungen. Beim Kommunalwahlkampf im letzten Jahr stellte er sich zur Wahl und zierte mit den anderen Mitstreiter:innen das SPD-Wahlplakat. Durch Zufall stieß er auf ein zerstörtes Wahlplakat. Vandalismus ist leider keine Seltenheit, allerdings stellt er fest, dass auf mehreren Plakaten nur s e i n Konterfei zerstört war. Das gesamte Gesicht wurde herausgeschnitten oder aber die Augen ausgestochen.

Als Mensch mit dunkler Hautfarbe hat er schon des Öfteren Alltagsrassismus erlebt. 

Was tun?

Wir haben ein Interview mit Ihm geführt...

 

Ausblick auf 2022:
Laufen gegen Rassismus und Diskriminierung

Die Corona-Pandemie mit den Lockdown-Maßnahmen und Ausgangsbeschränkungen hat zu einem Boom beim Ausdauersport..-. den man allein und im Freien betreiben kann..-. geführt. Auch bei Freestyle war dieser Trend zu beobachten. Das Laufteam wurde immer größer und es wurde immer regelmäßiger und disziplinierter trainiert.

In vielen Gemeinden Nordhessens finden von Februar bis November 2022 Volksläufe statt. Die OWOC-Lauftruppe ist ganz „heiß“ auf die Teilnahme und organisiert alles eigenständig: Die Anmeldungen zu den Läufen, Trainingspläne, Organisation, Gestaltung der Trikots, Vor- und Nacharbeit und was sonst noch alles dazugehört.

Es soll ein buntes Freestyle Lauf-Team bei den jeweiligen Volksläufen antreten. Teilnehmer:innen aus verschieden Ländern und Kulturkreisen werden an den Läufen teilnehmen. Mit Trikots „One World–One City“ will die Gruppe ein Zeichen gegen Rassismus und Diskriminierung setzen.

Der Nordhessencup ist eine Serienwertung für Volksläufe in Nordhessen. Jeder Läufer muss an mindestens acht von 20 Volksläufen in einem Jahr teilnehmen, und schon wird man im Nordhessencup gewertet. Bei der Abschlussveranstaltung am Jahresende bekommen die Teilnehmer:innen einen Pokal, eine Medaille oder eine Urkunde. Außerdem werden zahlreiche Sachpreise verlost.

 Infos unter: https://nordhessencup.de

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